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"Die ganze Welt ist eine Manifestation der Shakti ... Der Körper ist
Shakti. Die Bedürfnisse des Körpers sind die Bedürfnisse der Shakti ...
Die Göttliche Mutter ...
hat ihren Wohnsitz im Körper des Menschen ... Die ganze Welt ist ihr
Körper.
Die Berge sind ihre Knochen. Die Flüsse sind ihre Adern. Das Meer ist
ihre Blase. Sonne und Mond sind ihre Augen. Der Wind ist ihr Atem. Agni
ist ihr Mund..."
(Quelle: Swami Sivananda Radha, Kundalini Praxis)
Sowohl die "männliche" als auch die "weibliche" Ursprungsenergie
befinden sich in jedem Mann und in jeder Frau. Die "männliche" Energie -
Shiva, Purusha - ist reines, passives Bewusstsein, jenseits von Zeit und
Raum, die weibliche Energie - Shakti, Prakriti - ist wählend und aktiv,
gibt Raum und Gestalt. Shiva ist der Liebende, Shakti die Geliebte, und
die Natur ist das Kind, das aus dieser Verbindung dem Schoss der
Göttlichen Mutter - Shakti - entspringt.
Vereinfacht ist Shakti die Energie des Ursprungs, und die verschiedenen
Yoga-Wege sind Möglichkeiten, uns wieder mit dieser Ursprungskraft zu
verbinden.
"Die Übung des Yoga gibt ein entscheidendes Gefühl für Mass und
Proportion. Auf unseren Körper bezogen, bedeutet dies, dass wicr unser
wichtigstes Instrument zu spielen und die grösste Resonanz und Harmonie
daraus zu ziehen lernen."
(Yehudi Menuhin, in: Licht auf Yoga)
Das Wort Yoga bedeutet verbinden, z. B. - im Hatha-Yoga - durch den Atem
mit Körperbewusstsein und der Achtsamkeit für den gegenwärtigen
Augenblick. Es gibt so viele Yogawege und verschiedene
Übungsmöglichkeiten, dass jedeR Interessierte das finden kann was
stimmig ist. Oder durch die Hingabe und Demut durch rituelle Handlungen
an einen Aspekt des Göttlichen - z. B. Krishna - im Bhakti Yoga.
Bei uns im Westen am bekanntesten ist Hatha-Yoga, das sich in erster
Linie mit dem Körper befasst. HA heisst Sonne, THA bedeutet Mond, und
durch das Üben stellt sich in unserem Körper die Harmonie von Sonne und
Mond wieder her: Weiches (Yin) und Festes (Yang) kommen in Einklang,
bewusstes Denken verbinden sich mit unterbewusstem Fühlen und oft noch
unbewusstem SEIN. Wesentlich ist die Sammlung in den gegenwärtigen
Augenblick - indem sich die Gedanken und Gefühle in der Gegenwart - im
Körperbewusstsein - einrichten, finden wir ins ein ins JETZT UND HIER,
Schnittstelle von Zeit und Raum, Ewigkeit.
Körperlich-seelisches Wohlbefinden.
Yoga richtet sich aus nach dem Gesundsein von Körper, Geist und Seele.
In der Regel werden die Yogaübungen sehr langsam und mit Bedacht
ausgeführt, man hält in verschiedenen Körperhaltungen inne, ist also mit
Leib und Seele in den Übungen dabei, spürt, wie der Atem verschiedene
Körperräume ausfüllt und die eine oder andere Drehung oder Dehnung der
Wirbelsäule oder anderer Körperregionen unterstützt. Dadurch wächst die
Achtsamkeit für den gegenwärtigen Augenblick, eine Lebenseinstellung,
die oft auch in den Alltag hineinwächst - die die Freude unterstützt,
über das was unser Leben ausmacht, anstatt Träumen und Möglichkeiten
hinterher zu jagen, die oft schon längst vergangen sind oder nur in
unserer Phantasie existieren ... In den verschiedenen Yogahaltungen wird
die Wirbelsäule gestreckt, gewendet, gebeugt und gedreht, wodurch eine
sehr wohltuende Wirkung auf die Nervenbahnen entsteht und eventuellen
Abnutzungserscheinungen der Gelenke vorgebeugt werden kann, weil die
Grundflexibilität erhalten bleibt oder neu aufgebaut wird. Die Organe
werden mit Blut und Sauerstoff versorgt, Schlacken werden
abtransportiert, und es entsteht wieder Raum für frische Lebenskraft.
Yoga lehrt Geduld - wie Wasser, das die Felskanten rundwäscht, verändert
sich unser Körper zum Positiven, Zufriedenheit wächst uns selbst und
unserem Leben gegenüber, wir werden ausgeglichener und freundlicher uns
selbst und anderen gegenüber.
Energie. Die Lebensenergie ist der Rhythmus, der Puls, der die Welt
zusammenhält und nährt, zerstört und wieder neu erschafft, durch "fette
und durch magere Zeiten" - sowohl im individuellen als auch im
kollektiven Zusammenhang. Diese Lebensenergie wird in unterschiedlichen
Kulturen mit ganz unterschiedlichen Namen belegt - das Chi der Chinesen,
das Ki der Japaner, das Bioplasma der Russen und das Prana der Inder -
sie meinen alle dasselbe: die Energie, die unser Herz schlagen lässt und
in die wir zurükkehren, wenn der physische Körper von uns abfällt.
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 Christine Ranzinger
seit 1985 Yoga-lehrende für traditionelles Hatha-Yoga |